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16:8 und Co.: Wann Fastentrends problematisch werden


Bild: Christin Klose/dpa-tmn

Intervallfasten und andere Fastenmethoden sind populär, auch dank sozialer Medien. Viele Menschen nutzen sie aus gesundheitlichen Gründen und meist auf eigene Faust, ohne ärztliche Begleitung.

Dabei sind mögliche Vorteile durchaus belegt: Intervallfasten, eine Ernährungsform bei der sich Fastenperioden und Essensphasen abwechseln, kann etwa zu einer moderaten Gewichtsabnahme führen oder Blutzuckerwerte verbessern. Allerdings halten diese Effekte nur an, solange die Methode dauerhaft praktiziert wird.

Zugleich ist Vorsicht geboten. «Das ist ein schmaler Grat, auf dem man sich da bewegt – ein zweischneidiges Schwert», sagt Christian Dannmeier, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Innere Medizin. Bevor man sich eine solche Ernährungsumstellung vornimmt, sollte man klären, ob Fasten zur eigenen Situation passt, ob es Gegenanzeigen gibt und ob die Erwartungen realistisch sind.

Vorsicht bei restriktiven Essmustern

Problematisch wird es vor allem dann, wenn Fasten stark mit Diätgedanken verknüpft ist. «Menschen, die ohnehin zu restriktiven Essmustern oder häufigen Diäten neigen, würden wir eher davon abraten», sagt Dannmeier, Oberarzt der Schön Klinik in Bad Bramstedt. 

Viele Fastenformen hätten einen klaren Regelcharakter. So auch das verbreitete 16:8-Modell des Intervallfastens, bei dem 16 Stunden gefastet und nur in einem 8-Stunden-Fenster gegessen wird.

Das könne dazu führen, dass Essen nicht mehr nach Hunger- und Sättigungsgefühl gesteuert werde. «Man orientiert sich an einem zeitlichen Regelwerk», so Dannmeier. Das wiederum könne Heißhunger und Essanfälle begünstigen.

Für Menschen mit (einer Neigung zu) Essstörungen kommt Fasten deshalb nicht infrage. Auch Schwangere, Kinder sowie ältere oder chronisch kranke Personen sollten nicht fasten. Geeignet sei Fasten aus gesundheitlichen Gründen höchstens für «gesunde Erwachsene mit stabilem Essverhalten», so der Mediziner.

Körperliche und psychische Warnsignale beachten

Wer Fasten ausprobiert, sollte zudem aufmerksam auf den eigenen Körper achten. Warnsignale, dass das Fasten in eine ungesunde Richtung schlägt, können etwa körperliche Symptome wie Schwindel, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden oder starke Hungergefühle sein.

Aber auch anhaltender Stress sollte ernst genommen werden: «Wenn man merkt, dass man sich quält oder ständig ans Essen denkt, ist das ein Hinweis, dass man auf einem unguten Weg ist», sagt Dannmeier. In solchen Fällen sollte man das Fasten anpassen oder ganz abbrechen.

Entscheidend ist außerdem, flexibel zu bleiben. Starre Regeln können im Alltag schnell zusätzlichen Druck erzeugen, etwa bei Einladungen oder besonderen Anlässen. «Essen und Fasten sind etwas sehr Individuelles und sollten gut zum eigenen Leben passen», betont Dannmeier. Entscheidend ist dem Facharzt zufolge ohnehin etwas anderes: eine insgesamt ausgewogene Ernährung und ein gesunder Lebensstil.

6 wichtige Tipps für Intervallfasten und Co.

  • Eigene Voraussetzungen prüfen: Fasten kommt vor allem für gesunde Erwachsene infrage – nicht für Menschen mit Essstörungen, in der Schwangerschaft oder bei schweren Erkrankungen. 
  • Langsam beginnen: Wer Intervallfasten ausprobieren möchte, kann zunächst mit längeren Essensfenstern starten, etwa 12 statt 16 Stunden Pause.
  • Flexibel bleiben: Einladungen oder besondere Anlässe sollten kein Problem sein. Wer sich zu strikt an Regeln bindet, sollte das Konzept überdenken. 
  • Warnsignale ernst nehmen: Körperliches Unwohlsein oder Stress können Hinweise sein, dass Fasten nicht gut passt.
  • Auf die Ernährung achten: Auch beim Intervallfasten gilt: ausgewogen essen, viel Gemüse und Obst, ausreichend trinken und Bewegung einplanen. 
  • Vorsicht bei teuren Produkten: Spezielle Pulver, Tees oder Nahrungsergänzungsmittel sind in aller Regel unnötig. 

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(14.04.2026)


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